Confessio Reformata

Reformierte Bekenntnisse auf einen Blick.

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Artikel 16 - Von den guten Werken

Artikel 16.1. Gott allein bestimmt, was gute Werke sind

Gute Werke sind nur solche Werke, die Gott in seinem heiligen Wort befohlen hata, und nicht solche Werke, die ohne diese Vollmacht aus blindem Eifer oder unter irgendeinem Vorwand einer guter Absicht ersonnen worden sindb.



aMi 6,8: "Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der Herr von dir mehr, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott?"

Röm 12,2: "Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern werdet umgestaltet durch die Erneuerung eures Denkens, damit ihr prüfen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, das Wohlgefällige und das Vollkommene."

Hebr 13,21: "... vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei in alle Ewigkeit! Amen." (REÜ)

bMt 15,9: "Sie verehren mich aber vergeblich, weil sie als Lehren Menschengebote lehren."

Jes 29,13: "Der Herr hat geredet: Da dieses Volk sich mir [nur] mit seinem Mund naht und mich [nur] mit seinen Lippen ehrt, aber sein Herz fern von mir ist und ihre Furcht vor mir angelerntes Menschengebot ist ..."

1Petr 1,18: "Denn ihr wißt, daß ihr nicht mit vergänglichen Sachen wie Silber oder Gold von eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel erlöst worden seid." [Die fromme Überlieferung der Väter ist nichtig; man muß von ihr erlöst werden.]

Röm 10,2: "Denn ich bezeuge ihnen [= den ungläubigen Juden], daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht mit Erkenntnis."

Joh 16,2: "Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen. Es wird sogar die Stunde kommen, in der jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott damit ein Opfer zu bringen."

1Sam 15,21-23: [Saul opfert Verbotenes und sagt:] "(21) Aber das Volk hat von der Beute genommen: Schafe und Rinder, das Beste vom Gebannten, um [es] dem Herrn, deinem Gott, in Gilgal zu opfern. (22) Samuel aber sagte: Hat der Herr [so viel] Lust an Brandopfern und Schlachtopfern wie daran, daß man der Stimme des Herrn gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder. (23) Denn Widerspenstigkeit ist eine Sünde [wie] Wahrsagerei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Da du das Wort des Herrn verworfen hast, so hat er dich auch verworfen, daß du nicht mehr König sein sollst." (REÜ)

 

Artikel 16.2. Die Bedeutung der guten Werke der Christen

Diese guten Werke, die im Gehorsam gegen Gottes Gebote getan werden, sind die Früchte und Beweise eines wahren und lebendigen Glaubensc. Durch sie zeigen die Gläubigen ihre Dankbarkeitd, stärken ihre Gewißheite, erbauen ihre Geschwisterf, schmücken das Bekenntnis des Evangeliumsg, stopfen den Mund der Gegnerh und verherrlichen Gotti, dessen Werk sie sind, wozu sie in Christus Jesus geschaffen wurdenk, damit sie, indem sie ihre Frucht in Heiligkeit bringen, am Ende schließlich das ewige Leben habenl.



cJak 2,18-20+22: "(18) Es wird jetzt aber jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke: Zeige mir deinen Glauben ohne Werke, und ich werde dir den Glauben aus meinen Werken zeigen. (19) Du glaubst, daß es nur einen Gott gibt? Damit tust du das Richtige, denn auch die Dämonen glauben das und zittern dabei. (20) Willst du aber erkennen, o eitler Mensch, daß der Glaube ohne die Werke völlig nutzlos ist? (22) Du siehst, daß der Glaube mit seinen Werken zusammengewirkt hat und der Glaube aus den Werken vollendet wurde."

dPs 116,12-13: "(12) Wie soll ich dem Herrn alle seine Wohltaten an mir vergelten? (13) Ich will den Heilsbecher erheben und den Namen des Herrn anrufen."

1Petr 2,9: "Ihr seid aber ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk des Besitzes [Gottes], damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat."

e1Joh 2,3+5: "(3) Und hieran erkennen wir, daß wir ihn erkannt haben, daß wir seine Gebote halten. (5) Wer aber sein Wort hält, in dem ist die Liebe Gottes wahrhaftig vollendet worden. Hieran erkennen wir, daß wir in ihm sind."

2Petr 1,5-10: "(5) Eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß darauf und reicht dar: in eurem Glauben die Tugend, in der Tugend aber die Erkenntnis, (6) in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottseligkeit, (7) in der Gottseligkeit aber die Geschwisterliebe, in der Geschwisterliebe aber die Liebe. (8) Denn wenn diese alle bei euch vorhanden sind und zunehmen, lassen sie euch mit Hinblick auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus nicht träge noch fruchtlos sein. (9) Bei wem dagegen diese alle nicht vorhanden sind, der ist nämlich blind, kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen. (10) Darum, Geschwister, bemüht euch um so stärker, eure Berufung und Erwählung zu festigen. Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln."

f2Kor 9,2: "Denn mir ist eure Bereitwilligkeit bekannt, die ich zu euren Gunsten den Mazedoniern gegenüber lobend erwähnt habe, so daß Achaja seit vorigem Jahr [ebenfalls] bereit ist und euer Eifer die Mehrzahl angereizt hat."

Mt 5,16: "So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater in den Himmeln preisen."

gTit 2,5+9-12: "(5) [Über Ehefrauen:] ... besonnen, keusch, sich um die Familie kümmernd, gütig und den eigenen Männern untergeordnet zu sein, damit das Wort Gottes nicht gelästert werden kann. (9) Die Sklaven sollst du ermahnen, sich in allem ihren eigenen Herren unterzuordnen, Wohlgefallen zu erlangen, nicht zu widersprechen, (10) nichts zu unterschlagen, sondern in allem echte Treue zu beweisen, damit sie die Lehre unseres Heiland-Gottes in allem schmücken. (11) Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, (12) und erzieht uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und im jetzigen Zeitalter besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben."

1Tim 6,1: "Alle, die Sklaven unter einem Joch sind, sollen ihre eigenen Herren aller Ehre für würdig halten, damit der Name Gottes und die Lehre nicht verlästert werden."

h1Petr 2,15: "Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr durch das Tun des Guten die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt."

i1Petr 2,12: "Und führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie darin, worin sie euch als Übeltäter bezeichnen, aus den guten Werken, die sie zu sehen bekommen, am Tage der Heimsuchung Gott verherrlichen."

Phil 1,11: "... erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus zur Herrlichkeit und zum Lobpreis Gottes hervorgebracht wird."

Joh 15,8: "Hierdurch wird mein Vater verherrlicht, wenn ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet."

kEph 2,10: "Denn wir sind sein Werk, in Christus Jesus zu guten Werken geschaffen, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen leben sollen."

lRöm 6,22: "Jetzt aber, von der Sünde frei gemacht und Gottes Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, aber als das Ende ewiges Leben."

 

Artikel 16.3. Der Heilige Geist und die guten Werke

Ihre Fähigkeit, gute Werke zu tun, kommt ganz und gar nicht aus ihnen selbst, sondern vollständig aus dem Geist Christim. Damit sie dazu befähigt werden, ist abgesehen von der Gnade, die sie bereits empfangen haben, ein ständiger direkter Einfluß desselben Heiligen Geistes erforderlich, um in ihnen das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen zu wirkenn. Sie dürfen jedoch aufgrund dieser Tatsache nicht in Nachlässigkeit verfallen, als ob sie nicht verpflichtet wären, irgendeine Pflicht zu erfüllen, außer, wenn sie eine besondere Anregung des Geistes erhielten, sondern sie müssen fleißig sein, die Gnadengabe Gottes, die in ihnen ist, anzufacheno.



mJoh 15,4-6: "(4) Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht aus sich selbst hervorbringen kann, es sei denn, sie bleibt am Weinstock, so auch ihr nicht, es sei denn, ihr bleibt in mir. (5) Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ihr könnt ohne mich nichts tun. (6) Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie eine Rebe; sie verdorrt, man sammelt sie ein und wirft sie ins Feuer, wo sie verbrennen."

Hes 36,26-27: [Gott:] "(26) Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben. Und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. (27) Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben. Und ich werde machen, daß ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut."

nPhil 2,13: "Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen wirkt."

Phil 4,13: "Ich vermag alles durch den, der mich kräftig macht."

2Kor 3,5: "Nicht etwa, daß wir von uns aus tüchtig sind, etwas auszudenken, was nicht aus uns selbst kommt, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott."

oPhil 2,12: "Deswegen sollt ihr, von mir Geliebte, so, wie ihr immer gehorsam gewesen seid, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern jetzt viel mehr in meiner Abwesenheit, euer Heil mit Furcht und Zittern bewirken!"

Hebr 6,11-12: "(11) Wir wünschen uns aber sehr, daß jeder von euch denselben Eifer um die volle Gewißheit der Hoffnung bis ans Ende beweist, (12) damit ihr nicht träge seid, sondern Nachahmer derer werdet, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben."

2Petr 1,3+5+10-11: "(3) Da seine göttliche Kraft uns alles, was zum Leben und zur Gottseligkeit notwendig ist, durch die Erkenntnis dessen geschenkt hat, der uns durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend berufen hat ... (5) Eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß darauf und reicht dar: in eurem Glauben die Tugend, in der Tugend aber die Erkenntnis ... (10) Darum, Geschwister, bemüht euch um so stärker, eure Berufung und Erwählung zu festigen. Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln. (11) Denn so wird euch der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilands Jesus Christus reichlich gewährt werden."

Jes 64,6: "Und da war niemand, der deinen Namen anrief, der sich aufraffte, an dir festzuhalten ..."

2Tim 1,6: "Wegen dieser Ursache erinnere ich dich daran, die Gnadengabe Gottes anzufachen, die durch das Auflegen meiner Hände in dir ist."

Apg 26,6-7: "(6) Und nun stehe ich vor Gericht wegen der Hoffnung auf die Verheißung, die Gott unseren Väter gegeben hat, (7) zu der unser aus zwölf Stämmen bestehendes Volk unablässig Nacht und Tag im Dienst hinzugelangen hofft. Wegen dieser Hoffnung, o König, werde ich von den Juden angeklagt."

Jud 20-21: "(20) Aber ihr, Geliebte, auferbaut euch auf eurem heiligsten Glauben, betet im Heiligen Geist, (21) bewahrt euch in der Liebe Gottes, indem ihr die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben erwartet."

 

Artikel 16.4. Die Unvollkommenheit der guten Werke

Diejenigen, die in ihrem Gehorsam die höchste Stufe erreichen, die in diesem Leben möglich ist, sind doch soweit von der Fähigkeit entfernt, etwas über die Pflicht Hinausgehendes zu leisten und mehr zu tun, als Gott fordert, daß sie vielmehr in vielem hinter dem zurückbleiben, was sie zu tun schuldig wären.p



pLk 17,10: "So sagt ihr ja selbst, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde: Wir sind unnütze Knechte, wir haben [nur] getan, was wir zu tun verpflichtet waren."

Neh 13,22: "Und ich befahl den Leviten, daß sie sich reinigen und als Wächter zu den Toren kommen sollten, um den Sabbattag heilig halten zu können. Denke auch darin an mich, mein Gott, und blicke mitleidig nach der Größe deiner Güte auf mich herab!"

Hiob 9,2-3: "(2) Wahrlich, ich habe erkannt, daß es so ist. Und wie kann ein Mensch vor Gott gerecht sein? (3) Wenn er Gefallen daran hat, mit ihm einen Rechtsstreit zu beginnen, könnte er ihm unter tausend Fragen nicht eine beantworten."

Gal 5,17: "Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, aber der Geist gegen das Fleisch, denn diese liegen im Streit miteinander, damit ihr nicht das tut [oder: tun könnt], was ihr wollt."

 

Artikel 16.5. Gute Werke sind kein Verdienst

Wir können durch unsere besten Werke nicht die Vergebung der Sünde oder das ewige Leben aus der Hand Gottes verdienen, was an dem großen Mißverhältnis liegt, das zwischen ihnen und der künftigen Herrlichkeit besteht, und an dem unendlichen Abstand zwischen uns und Gott, dem wir durch die Werke weder nützen noch für die Schuld unserer früheren Sünden Genugtuung leisten könnenq. Wenn wir alles getan haben, was wir können, so haben wir doch nur das getan, was wir schuldig waren und sind unnütze Knechter. Soweit die Werke gut sind, gehen sie aus seinem Geist hervors. Soweit sie aus uns hervorgebracht wurden, sind sie befleckt und mit so viel Schwachheit und Unvollkommenheit vermischt, daß sie vor der Strenge des Gerichtes Gottes nicht bestehen könnent.



qRöm 3,20: "Denn aufgrund von Werken des Gesetzes wird kein Fleisch vor ihm gerechtgesprochen werden, denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde."

Röm 4,2+4+6: "(2) Denn wenn Abraham aus Werken gerechtgesprochen wurde, dann hat er Ruhm, aber nicht vor Gott. (4) Aber dem, der Werke tut, wird der Lohn nicht nach Gnade angerechnet, sondern nach Verpflichtung. (6) ... wie ja auch David die Seligpreisung des Menschen ausspricht, dem Gott die Gerechtigkeit ohne Werke zurechnet.

Eph 2,8-9: "(8) Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, denn es ist Gottes Geschenk. (9) Nicht aus Werken, damit sich niemand selbst rühmt."

Tit 3,5-7: "(5) ... errettete er uns, nicht aus Werken, die wir in Gerechtigkeit getan hatten, sondern aus seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und der Erneuerung des Heiligen Geistes. (6) Diesen hat er [= Gott] durch Jesus Christus, unseren Heiland, in reichem Maße über uns ausgegossen, (7) damit wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben aufgrund der Hoffnung des ewigen Lebens wurden."

Röm 8,18: "Denn ich rechne damit, daß die Leiden der jetzigen Zeit nichts wert sind im Vergleich zu der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden wird."

Ps 16,2: "Ich habe zum Herrn gesagt: Du bist mein Herr. Ich kenne kein Gutes außer dir."

Hiob 22,2-3: "(2) Kann denn ein Mann Gott Nutzen bringen? Vielmehr bringt sich der Einsichtige selbst Nutzen. (3) Ist es für den Allmächtigen von Wert, wenn du gerecht bist, oder ist es ein Gewinn für ihn, wenn du deine Wege vollkommen machst?"

Hiob 35,7-8: "(7) Wenn du gerecht bist, was gibst du ihm, oder was empfängt er aus deiner Hand? (8) Einen Mann, dir gleich, trifft deine Gottlosigkeit und ein Menschenkind deine Gerechtigkeit."

rLk 17,10: "So sagt ihr ja selbst, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde: Wir sind unnütze Knechte, wir haben [nur] getan, was wir zu tun verpflichtet waren."

sGal 5,22-23: "(22) Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. (23) Gegen diese Dinge ist das Gesetz nicht [gerichtet]."

tJes 64,6: "Und da war niemand, der deinen Namen anrief, niemand, der sich aufraffen konnte, an dir festzuhalten. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns wegen unserer Sünden preisgegeben."

Gal 5,17: "Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, aber der Geist gegen das Fleisch, denn diese liegen im Streit miteinander, damit ihr nicht das tut [oder: tun könnt], was ihr wollt."

Röm 7,15+18: "(15) Denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das führe ich aus, sondern was ich hasse, das tue ich. (18) Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht." [Röm 7,14-25 wird hierbei auf den Christen bezogen; vgl. E 1,661-675; R 1,295-305.]

Ps 143,2: "... und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht."

Ps 130,3: "Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst - Herr, wer wird bestehen?"

 

Artikel 16.6. Gott nimmt die Werke in Christus an

Weil die Person der Gläubigen durch Christus angenommen wird, werden trotz allem auch ihre Werke in ihm angenommenv, nicht, als ob sie in diesem Leben völlig untadelig und unsträflich vor Gottes Angesicht wärenw, sondern weil es ihm gefällt, in seinem Sohn auf sie herabzublicken und das anzunehmen und zu belohnen, was aufrichtig ist, auch wenn es von vielen Schwachheiten und Unvollkommenheiten begleitet wirdx.



vEph 1,6: "... zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns in dem Geliebten begnadigt hat."

1Petr 2,5: "Laßt euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, die Gott durch Jesus Christus angenehm sind."

2Mose 28,38: "So sei es auf der Stirn Aarons, damit Aaron die Schuld der heiligen Dinge trage, die die Kinder Israel heiligen werden, bei allen Gaben ihrer heiligen Dinge. Und es soll beständig an seiner Stirn sein zum Gefallen für sie vor dem Herrn." (REÜ)

Vgl. 1Mose 4,4 mit Hebr 11,4: 1Mose 4,4: "Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett etwas dar. Und der Herr schaute [wohlwollend] auf Abel und auf seine Opfergabe." Hebr 11,4: "Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain. Durch diesen [Glauben] erhielt er das Zeugnis, gerecht gewesen zu sein, da Gott zu seinen Opfergaben Zeugnis gab. Und durch diesen [Glauben] redet er heute noch, obwohl er tot ist." [Gott nahm Abels im Glauben dargebrachte Opfer durch sein Wohlwollen an. Vgl. zu Kain die nächste Anm. z unten zu Artikel 16.7.]

wHiob 9,20: "Auch wenn ich im Recht wäre, würde mich mein Mund verurteilen. Auch wenn ich rechtschaffen wäre, würde er mich schuldig sprechen."

Ps 143,2: "... und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht."

xHebr 13,20-21: "(20) Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe aus den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus, (21) vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit sei in alle Ewigkeit! Amen." (REÜ)

2Kor 8,12: "Denn wenn die Bereitschaft vorhanden ist, so ist sie gemäß dem willkommen, was sie hat, und nicht gemäß dem, was sie nicht hat."

Hebr 6,10: "Denn Gott ist nicht ungerecht, daß er eurer Werk und die Liebe vergißt, die ihr gegen seinen Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und dient."

Mt 25,21+23: "(21) Sein Herr sagte zu ihm: Richtig so, du guter und treuer Knecht! Du warst über weniges treu, so werde ich dich über vieles setzen. Geh in die Freude deines Herrn ein. (23) Sein Herr sagte zu ihm: Richtig so, du guter und treuer Knecht! Du warst über weniges treu, so werde ich dich über vieles setzen. Geh in die Freude deines Herrn ein."

 

Artikel 16.7. Werke nichtwiedergeborener Menschen

Werke, die von nichtwiedergeborenen Menschen getan werden, - auch wenn sie der Sache nach etwas sind, was Gott befiehlt und was sowohl für sie selbst als auch für andere gut und nützlich isty -, sind dennoch sündig, weil sie nicht aus einem durch den Glauben gereinigten Herzen hervorgehenz und weder in rechter Art und Weisea, nämlich dem Wort gemäß, noch zu einem rechten Zweck, nämlich zur Ehre Gottesb, getan werden. Sie können Gott nicht angenehm sein und machen einen Menschen auch nicht fähig, Gnade von Gott zu empfangenc. Und doch ist die Unterlassung solcher Werke noch sündiger und mißfällt Gott noch mehrd.



y2Kön 10,30-31: "(30) Und der Herr sagte zu Jehu: Weil du bereitwillig gewesen bist, das zu tun, was mir gefallen hat, und am Hause Ahab alles das getan hast, was in meinem Herzen war, sollen für dich deine Söhne bis ins vierte Glied auf dem Thron Israels sitzen. (31) Dennoch hielt Jehu nicht das Gesetz des Herrn, des Gottes Israels, so daß er darin von ganzem Herzen gewandelt wäre, denn er ließ nicht von den Sünden Jerobeams ab, der Israel zum Sündigen veranlaßt hatte." [Ein böser König kann dennoch ein Werkzeug Gottes sein.]

1Kön 21,27+29: "(27) Als aber Ahab diese Worte hörte, zerriß er seine Kleider und legte ein härenes Tuch um seinen Leib und fastete und schlief darin und ging bedrückt einher. (29) Hast du nicht gesehen, wie sich Ahab vor mir gedemütigt hat? Weil er sich nun vor mir gedemütigt hat, will ich das Unheil nicht kommen lassen zu seinen Lebzeiten, aber zu seines Sohnes Lebzeiten will ich das Unheil über sein Haus bringen." (Luther) [Ein böser König kann dennoch durch sein Handeln das sichtbare Gericht einschränken.]

Phil 1,15-16+18: "(15) Einige predigen Christus zwar auch aus Neid und Streit, einige aber auch aus gutem Willen, (16) und zwar aus Liebe, weil sie wissen, daß ich zur Verteidigung des Evangeliums eingesetzt worden bin. (18) Was [macht das] schon? Wird doch dabei auf jede Weise, gleich ob aus Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich. Ja, ich werde mich auch [darüber] freuen."

zVgl. 1Mose 4,5 mit Hebr 11,4+6: 1Mose 4,5: "... aber auf Kain und auf dessen Opfergabe schaute er [= Gott] nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und senkte sein Gesicht herab." Hebr 11,4+6: "(4) Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain. Durch diesen [Glauben] erhielt er das Zeugnis, gerecht gewesen zu sein, da Gott zu seinen Opfergaben Zeugnis gab. Und durch diesen [Glauben] redet er heute noch, obwohl er tot ist. (6) Ohne Glauben ist es jedoch unmöglich, [Gott] zu gefallen, denn wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist und ein Belohner für die sein wird, die ihn suchen." [Vgl. zu Abel die letzte Anm. v oben zu Artikel 16.6.]

a1Kor 13,3: "Und wenn ich meinen ganzen Besitz zur Speisung [von Armen] austeile und wenn ich meinen Körper hingebe, damit ich verbrannt wird, aber keine Liebe habe, so nützt mir das gar nichts."

Jes 1,12: "Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen: Wer hat dann von eurer Hand gefordert, meine Vorhöfe zu zertreten?"

bMt 6,2+5+16: "(2) Wenn du also Almosen gibst, dann sollst du es nicht vor dir her ausposaunen lassen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Straßen tun, damit sie von den Menschen verehrt werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. (5) Und wenn du betest, sollst du dich nicht wie die Heuchler verhalten. Denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Straßenecken stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. (16) Aber wenn ihr fastet, so sollt ihr nicht wie die Heuchler düster dreinschauen. Denn sie verstellen ihre Gesichter, damit die Menschen denken, sie würden fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin."

cHag 2,14: "Da antwortete Haggai und sagte: So ist dies Volk und so ist diese Nation vor mir, spricht der Herr, und so ist alles Tun ihrer Hände. Und wenn sie etwas darbringen, so ist es unrein!"

Tit 1,15: "Den Reinen ist alles rein, den Befleckten und den Ungläubigen aber ist nichts rein, sondern befleckt ist sowohl ihre Gesinnung als auch ihr Gewissen."

Am 5,21-22: "(21) Ich hasse, ja ich verwerfe eure Feste, und eure Festversammlungen kann ich nicht riechen. (22) Denn wenn ihr mir Brandopfer opfert, ist es genauso. Und ich habe keinerlei Gefallen an euren Speisopfern, und das Heilsopfer von eurem Mastvieh kann ich nicht mit ansehen."

Hos 1,4: "Und der Herr sagte zu ihm: Gib ihm den Namen Jesreel! Denn nur noch ein Weilchen, dann suche ich die Blutschuld von Jesreel am Haus Jehu heim und mache dem Königtum des Hauses Israel ein Ende."

Röm 9,16: "Also ist es nun weder Sache des Wollenden, noch des Laufenden, sondern des begnadigenden Gottes."

Tit 3,5: "... errettete er uns, nicht aus Werken, die wir in Gerechtigkeit getan hatten, sondern aus seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und der Erneuerung des Heiligen Geistes."

dPs 14,4: "Haben denn alle die, die Böses tun, keine Erkenntnis, die mein Volk fressen, als äßen sie Brot? Den Herrn rufen sie nicht an."

Ps 36,3: "Denn es schmeichelt ihm in seinen Augen, seine Sünde auszuführen und Haß auszuüben."

Hiob 21,14-15: "(14) Und dennoch sagen sie zu Gott: Weiche von uns! An der Erkenntnis deiner Wege haben wir kein Gefallen. (15) Wer ist der Allmächtige, so daß wir ihm dienen sollten, und was hilft es uns, daß wir ihn bedrängen?"

Mt 25,41-43+45: "(41) Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir weg, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist! (42) Denn ich hatte Hunger, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich hatte Durst, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. (43) Ich war Fremdling, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich war nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. (45) Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan."

Mt 23,23: "Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr verzehntet die Minze, den Anis und den Kümmel und habt die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben. Diese hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen."