Artikel 24.1. Ein Mann und eine FrauEine Ehe besteht zwischen einem Mann und einer Frau. Das Gesetz gestattet weder einem Mann, mehr als eine Frau, noch einer Frau, mehr als einen Ehegatten zur gleichen Zeit zu haben.a a1Mose 2,24: "Deswegen wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und sie werden ein Fleisch werden." Mt 19,5-6: "(5) [Jesus] ... sagte: 'Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und die zwei ein Fleisch sein werden', (6) so daß sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden." Spr 2,17: "... die den Vertrauten ihrer Jugend verläßt und den Bund ihres Gottes vergißt." Artikel 24.2. Der Sinn der EheDie Ehe wurde zur gegenseitigen Hilfe von Ehemann und Ehefraub, zur Vermehrung der Menschheit durch rechtmäßige Nachkommenschaft und der Kirche durch eine heilige Nachkommenschaftc und zur Verhütung der Unreinheit gestiftetd. b1Mose 2,18: "Und Gott der Herr sagte: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, ich will ihm eine Hilfe schaffen als sein Gegenüber [oder: die zu ihm paßt]." cMal 2,15-16: "Und hat er sie nicht zu Einem gemacht? Zu einem Fleisch, in dem Geist ist. Und was erstrebt das Eine? Nachkommenschaft von Gott. So hütet euch bei eurem Leben! Und an der Frau deiner Jugend handle nicht treulos! Denn ich hasse Scheidung, spricht der Herr, der Gott Israels, genauso wie wenn man sein Kleid mit Unrecht bedeckt, spricht der Herr der Heerscharen. So hütet euch bei eurem Leben und handelt nicht treulos!" d1Kor 7,2+9: "(2) Aber wegen der Unzucht soll jeder seine eigene Frau haben, und jede soll ihren eigenen Mann haben. (9) Wenn sie sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten, als [vor Begierde] zu verbrennen." Artikel 24.3. Jeder darf heiraten, aber Christen nur im HerrnDas Heiraten ist Menschen aller Art vom Gesetz erlaubt, die imstande sind, mit eigenem Urteil ihre Einwilligung zu gebene. Es ist jedoch die Pflicht der Christen, die Ehe allein im Herrn zu schließenf. Deshalb sollten diejenigen, die die wahre reformierte Religion bekennen, nicht mit Ungläubigen, Päpstlichen oder anderen Götzendienern eine Ehe eingehen. Ebenso sollten Gottesfürchtige nicht an einem ungleichen Joch ziehen, indem sie die Ehe mit solchen schließen, die in ihrem Leben notorisch gottlos sind oder an verdammenswerten Häresien festhalteng. eHebr 13,4: "Die Ehe werde von allen [oder: in allem] geehrt, und das Ehebett unbefleckt gehalten. Denn Gott wird Unzüchtige und Ehebrecher Gott richten." 1Tim 4,3: [Über Irrlehrer:] "... die verbieten, zu heiraten, und [wollen], daß man sich von Speisen enthält, die Gott zur Annahme mit Danksagung für die geschaffen hat, die glauben und die Wahrheit erkennen." 1Kor 7,36-38: "(36) Wenn aber jemand denkt, er handle mit seiner Jungfrau falsch, wenn er in seiner vollen Kraft steht, und es soll so geschehen, so soll er tun, was er will - er sündigt damit nicht - er soll sie heiraten. (37) Wer aber im Herzen sicher steht und keine Schwierigkeiten, sondern Macht über seinen eigenen Willen hat und in seinem Herzen beschlossen hat, seine Jungfrau zu bewahren, der handelt gut. (38) Also: Wer seine Jungfrau heiratet, handelt gut, und wer nicht heiratet, handelt besser." 1Mose 24,57-58: "(57) Da sagten sie: Laßt uns das Mädchen herbeirufen und ihren Mund fragen. (58) Und sie riefen Rebekka herbei und fragten sie: Willst du mit diesem Mann ziehen? Sie sagte: Ich will ziehen." [Rebekka wird gefragt, ob sie Isaak heiraten will; vgl. E 2,191.] f1Kor 7,39: "Eine Frau ist gebunden, solange ihr Mann lebt. Wenn der Mann dagegen entschlafen ist, ist sie frei, sich zu verheiraten, an wen sie will, nur soll es im Herrn geschehen." g1Mose 34,14: "Und sie sagten zu ihnen: Wir können das nicht machen, unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann [zur Frau] geben, denn das wäre eine Schande für uns." 2Mose 34,16: "Und du könntest womöglich von ihren Töchtern Frauen für deine Söhne nehmen, und wenn ihre Töchter dann ihren Göttern nachhuren, könnten sie deine Söhne dazu verführen, ebenfalls ihren Göttern nachzuhuren." 5Mose 7,3-4: "(3) Du sollst dich nicht mit ihnen verschwägern. Du darfst deine Tochter seinem Sohn nicht geben, und seine Tochter darfst du nicht für deinen Sohn nehmen. (4) Denn er würde deinen Sohn von mir abbringen, so daß er andern Göttern dienen würde, und der Zorn des Herrn würde gegen euch entbrennen und würde dich schnell vernichten." 1Kön 11,4: "Und es geschah zu der Zeit, als Salomo schon alt geworden war, da neigten seine Frauen sein Herz zu anderen Göttern hin. Deswegen war sein Herz nicht mehr ungeteilt beim Herrn, seinem Gott, wie es das Herz seines Vaters David gewesen war." Neh 13,25-27: "(25) Da ging ich mit ihnen ins Gericht und verfluchte sie und schlug einige Männer von ihnen und raufte ihnen [die Haare] aus. Und ich beschwor sie bei Gott: Wenn ihr eure Töchter ihren Söhnen gebt und wenn ihr von ihren Töchtern für eure Söhne und für euch [Frauen] nehmt! (26) Hat sich ihretwegen nicht [schon] Salomo, der König von Israel, versündigt? Und einen König wie ihn hat es unter den vielen Nationen nicht gegeben. Und er war geliebt von seinem Gott, und [so] hatte Gott ihn zum König über ganz Israel gesetzt; doch auch ihn haben die ausländischen Frauen zur Sünde verleitet. (27) Muß man [nun] auch von euch hören, daß ihr ganz das gleiche große Unrecht begeht, treulos gegen unseren Gott zu handeln dadurch, daß ihr ausländische Frauen heiratet!" (REÜ) Mal 2,11-12: "(11) Juda hat treulos gehandelt, und ein Greuel ist in Israel und in Jerusalem verübt worden. Denn Juda hat das Heiligtum des Herrn entweiht, das er liebt, und hat die Tochter eines ausländischen Gottes geheiratet. (12) Dem Mann, der so etwas tut, wird der Herr alles was lebt und antwortet aus den Zelten Jakobs ausrotten, selbst wenn er dem Herrn der Heerscharen eine Opfergabe darbringt." 2Kor 6,14: "Begebt euch nicht unter ein fremdes Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft haben Licht und Finsternis?" [Das Verbot der Heirat nichtjüdischer Ehefrauen war nicht rassisch, sondern religiös begründet; vgl. E 2,207-209. Trat ein Heide oder eine Heidin zum lebendigen Glauben an den Gott Israels über, durften sie sehr wohl geheiratet werden, weswegen Matthäus im Stammbaum Jesu in Mt 1,1-17 ausdrücklich drei heidnische Frauen aufzählt; vgl. E 2,208.] Artikel 24.4. Ehe ist bei zu naher Blutsverwandtschaft verbotenEine Ehe darf nicht innerhalb der Grade der Blutsverwandtschaft oder Verschwägerung, die im Wort verboten sindh, bestehen. Solche blutschänderischen Ehen können auch niemals durch irgendein menschliches Gesetz oder durch das beiderseitige Einverständnis der Parteien rechtmäßig werden, so daß diese Personen wie Mann und Frau zusammenleben könnteni. Der Mann darf keine Verwandten seiner Frau heiraten, die ihr näher blutsverwandt ist, als er es in seiner eigenen Verwandtschaft darf, und auch die Frau darf keinen Verwandten ihres Ehemannes heiraten, der ihm näher blutsverwandt ist, als sie es in ihrer eigenen Verwandtschaft darfk. h3Mose 18 [bitte nachlesen] [Vgl. zur Gültigkeit von 3Mose 18 heute E 1,425-441] 1Kor 5,1: "Überhaupt hört man davon, daß es Unzucht unter euch gibt, und dazu eine Art von Unzucht, die selbst unter den Nationen nicht bekannt ist, daß einer die Frau seines Vaters [= seine Stiefmutter] hat." [Daß dieser Text die andauernde Gültigkeit der alttestamentlichen Inzestverbote belegt, zeigt E 1,427-428.] Am 2,7: "... Und ein Mann und sein Vater gehen zum selben Mädchen, um meinen heiligen Namen zu entweihen." iMk 6,18: "Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht gestattet, die [frühere] Frau deines Bruders zu heiraten." [Daß dieser Text die andauernde Gültigkeit der alttestamentlichen Inzestverbote belegt, zeigt E 1,428.] 3Mose 18,24-28: "(24) Ihr sollt euch mit nichts dergleichen unrein machen; denn mit alledem haben sich die Völker unrein gemacht, die ich vor euch her vertreiben will. (25) Das Land wurde dadurch unrein, und ich suchte seine Schuld an ihm heim, daß das Land seine Bewohner ausspie. (26) Darum haltet meine Satzungen und Rechte und tut keine dieser Greuel, weder der Einheimische noch der Fremdling unter euch - (27) denn alle solche Greuel haben die Leute dieses Landes getan, die vor euch waren, und haben das Land unrein gemacht -, (28) damit nicht auch euch das Land ausspeie, wenn ihr es unrein macht, wie es die Völker ausgespien hat, die vor euch waren." (Luther) k3Mose 20,19-21: "(19) Mit der Schwester deiner Mutter und mit der Schwester deines Vaters sollst du nicht Umgang haben. Wer das tut, schändet seine Blutsverwandte; sie sollen ihre Schuld tragen. (20) Wenn jemand mit der Frau seines Oheims Umgang hat, der hat seinen Oheim geschändet. Sie sollen ihre Schuld tragen; ohne Kinder sollen sie sterben. (21) Wenn jemand die Frau seines Bruders nimmt, so ist das eine abscheuliche Tat. Sie sollen ohne Kinder sein, denn er hat damit seinen Bruder geschändet." (Luther) [Im Unterschied zum heutigen deutschen Recht verbietet die Bibel die Ehe zwischen Verwandtschaftsgraden, die durch Schwägerschaft bzw. Heirat entstanden sind. Vgl. dazu und zur Gültigkeit von 3Mose 18+20 heute E 1,425-441.] Artikel 24.5. Scheidung bei Ehebruch und UnzuchtEhebruch oder Unzucht, die nach der Verlobung begangen werden, geben, wenn sie vor der Eheschließung entdeckt werden, dem unschuldigen Teil berechtigte Veranlassung, die Verlobung zu lösenl. Im Fall des Ehebruchs nach der Eheschließung ist der unschuldige Teil berechtigt, die Ehescheidung gerichtlich zu erwirkenm und nach der Ehescheidung einen anderen zu heiraten, als wenn der schuldige Teil gestorben wären. lMt 1,18-20: "(18) Mit der Geburt Jesu Christi verhielt es sich folgendermaßen: Als Maria, seine Mutter, nämlich mit Joseph verlobt war, stellte sich, ehe sie zusammengekommen waren, heraus, daß sie vom Heiligen Geist schwanger war. (19) Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht öffentlich bloßstellen wollte, überlegte aber, sie heimlich zu entlassen. (20) Während er das aber bei sich erwog, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen, denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist." [Eine Verlobung wurde durch Scheidung beendet, denn die Verlobten standen schon unter dem Eherecht; vgl. dazu E 2,186+188-190.] mMt 5,31-32: "(31) Wiederum ist aber gesagt: Wer seine Frau entlassen will, gebe ihr einen Scheidebrief. (32) Ich aber sage euch: Wer seine Frau entläßt, außer aufgrund von Unzucht, macht, daß sie Ehebruch begeht, und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch." [Die Ausnahme gilt für diese Auffassung auch für den zweiten Teil des Satzes; vgl. E 2,197-199; vgl. zur Scheidung allgemein E 2,192-212.] nMt 19,9: "Ich aber sage euch, daß wirklich jeder, der seine Frau entlassen wird, außer wegen Unzucht, und eine andere heiraten wird, Ehebruch begeht, und jeder, der eine Entlassene heiratet, Ehebruch begeht." [Die Ausnahme gilt für diese Auffassung auch für den zweiten Teil des Satzes; vgl. E 2,197-199; vgl. zur Scheidung allgemein E 2,192-212.] Röm 7,2-3: "(2) Denn die verheiratete Frau ist durch das Gesetz an den lebenden Mann gebunden, wenn aber der Mann stirbt, dann ist sie freigemacht von dem Gesetz des Mannes. (3) Folglich wird sie nun, während der Mann lebt, eine Ehebrecherin genannt, wenn sie eines anderen Mannes wird. Wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei von dem Gesetz, so daß sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie eines anderen Mannes wird." [Der schuldige geschiedene Partner gilt in dieser Auffassung als juristisch tot; vgl. E 2,201-205.] Artikel 24.6. Näheres zur ScheidungObwohl die menschliche Verdorbenheit derartig groß ist, daß sie imstande ist, Gründe ausfindig zu machen, um die unrechtmäßig zu trennen, die Gott in der Ehe zusammengefügt hat, so ist doch nur Ehebruch oder solch mutwilliges Verlassen, das in keiner Weise durch die Kirche oder die weltliche Obrigkeit wieder in Ordnung gebracht werden kann, ein zureichender Grund, um das Band der Ehe zu löseno. Für die Auflösung der Ehe ist ein öffentliches und ordentliches Verfahrens einzuhalten und die betroffenen Personen dürfen nicht ihrer eigenen Willensentscheidung in eigener Sache überlassen bleibenp. oMt 19,8-9: "(8) Mose hat euch wegen eurer Hartherzigkeit gestattet, eure Frauen zu entlassen. Von Anfang an aber war es nicht so [gedacht]. (9) Ich aber sage euch, daß wirklich jeder, der seine Frau entlassen wird, außer wegen Unzucht, und eine andere heiraten wird, Ehebruch begeht, und jeder, der eine Entlassene heiratet, Ehebruch begeht." 1Kor 7,15: "Wenn aber der Ungläubige sich scheiden will, so laß ihn sich scheiden. Der Bruder oder die Schwester ist nicht gebunden in solchen Fällen. Zum Frieden hat euch Gott berufen. Denn was weißt du, Frau, ob du den Mann retten wirst? Oder du, Mann, was weißt du, ob du die Frau retten wirst?" Mt 19,6: "... so daß sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden." p5Mose 24,1-4: "(1) Wenn ein Mann eine Frau nimmt und sie heiratet und es passiert, daß sie keine Gunst in seinen Augen findet, weil er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat und er ihr einen Scheidebrief geschrieben, ihn in ihre Hand gegeben und sie aus seinem Haus entlassen hat, (2) und sie ist aus seinem Haus ausgezogen und sie ist hingegangen und die [Frau] eines anderen Mannes geworden, (3) und auch der andere Mann sie gehaßt hat und ihr einen Scheidebrief geschrieben, ihn in ihre Hand gegeben und sie aus seinem Haus entlassen hat oder wenn der andere Mann stirbt, der sie sich zur Frau genommen hat, (4) kann ihr erster Mann, der sie entlassen hat, sie nicht wieder zurücknehmen, um seine Frau zu sein, nachdem sie unrein gemacht worden ist. Denn das ist ein Greuel vor dem Herrn." |
|
|