Confessio Reformata

Reformierte Bekenntnisse auf einen Blick.

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Artikel 31 - Von den Synoden und Konzilien

Artikel 31.1. Versammlungen der Kirche

Zur besseren Regierung und zur weiteren Auferbauung der Kirche sollen solche Versammlungen abgehalten werden, die man gewöhnlich Synoden oder Konzilien nennt.a



aApg 15,2+4+6: [Über das 'Apostelkonzil':] "(2) Als nun ein Zwiespalt entstand und ein nicht unerheblicher Wortwechsel zwischen ihnen und Paulus und Barnabas aufkam, ordneten sie an, daß Paulus, Barnabas und einige andere von ihnen wegen dieses Streites zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen sollten. (4) Als sie aber nach Jerusalem angekommen waren, wurden sie von der Gemeinde, den Aposteln und den Ältesten aufgenommen, und sie berichteten alles, was Gott unter ihnen getan hatte. (6) Die Apostel und die Ältesten versammelten sich aber, um sich diese Frage zu begutachten."

 

Artikel 31.2. Die Obrigkeit und die Synoden

So wie die Obrigkeit rechtmäßig eine Synode von Geistlichen und anderen geeigneten Personen berufen kann, um sich in Religionsangelegenheiten Rat und Gutachten einzuholenb, so können die Diener Christi, wenn die Obrigkeiten offene Feinde der Kirche sind, von sich aus Kraft ihres Amtes oder sie selbst mit anderen geeigneten Personen als Abgeordnete ihrer Kirchen in solchen Versammlungen zusammenkommenc.



bJes 49,23: "Könige werden deine Wärter sein und ihre Königinnen deine Ammen. Sie werden sich mit dem Gesicht zur Erde vor dir niederwerfen und den Staub von deinen Füßen lecken. Dann wirst du erkennen, daß ich der Herr bin. Denn die auf mich hoffen, werden nicht zuschanden werden."

1Tim 2,1-2: "(1) Ich ermahne [euch] nun vor allem, daß Flehen, Gebete, Fürbitten und Danksagungen für alle Menschen gesprochen werden, (2) für Könige und alle, die Autorität haben, damit wir ein friedliches und stilles Leben in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit führen können."

2Chr 19,8-11 [Einsetzung der Priester und Leviten in ihre Aufgaben durch König Joschafat; bitte nachlesen]

2Chr 29+30 [Hiskias Reformation; bitte nachlesen]

Mt 2,4-5: "(4) Und er [= Herodes] versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo denn der Christus geboren werden sollte. (5) Sie aber sagten ihm: In Bethlehem in Judäa, weil es so durch den Propheten geschrieben steht."

Spr 11,14: "Wo es an Leitung mangelt, kommt ein Volk zu Fall, doch die Rettung geschieht durch viele Ratgeber."

cApg 15,2+4+22-23+25: "(2) Als nun ein Zwiespalt entstand und ein nicht unerheblicher Wortwechsel zwischen ihnen und Paulus und Barnabas aufkam, ordneten sie an, daß Paulus, Barnabas und einige andere von ihnen wegen dieses Streites zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen sollten. (4) Als sie aber in Jerusalem angekommen waren, wurden sie von der Gemeinde, den Aposteln und den Ältesten aufgenommen, und sie berichteten alles, was Gott unter ihnen getan hatte. (22) Daraufhin erschien es den Aposteln und den Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde gut zu sein, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie mit Paulus und Barnabas zusammen nach Antiochia zu schicken: Judas mit dem Beinamen Barsabas und Silas, Männer, die Führende unter den Geschwistern waren. (23) Und sie schrieben durch deren Hand: 'Die Apostel und die Ältesten: die Geschwister grüßen die Geschwister aus den Nationen in Antiochia, in Syrien und Zilizien. (25) Es schien uns gut zu sein, nachdem wir Übereinstimmung erlangt hatten, Männer auszuwählen und sie mit unseren geliebten [Geschwistern] Barnabas und Paulus zu euch zu senden."

 

Artikel 31.3. Synoden entscheiden Glaubensstreitigkeiten und Amtsverfehlungen

Es ist Aufgabe von Synoden und Konzilien, Glaubensstreitigkeiten und Gewissensfälle geistlich zu entscheiden, Regeln und Anweisungen für die bessere Ordnung des öffentlichen Gottesdienstes und für die Leitung der Kirche Gottes festzulegen, Klagen in Fällen von Amtsverfehlungen entgegenzunehmen und aus amtlicher Vollmacht über sie zu entscheiden. Diese Anordnungen und Entscheidungen sollen, sofern sie mit dem Wort Gottes übereinstimmen, mit Ehrerbietung und Unterordnung angenommen werden, jedoch nicht allein, weil sie mit dem Wort übereinstimmen, sondern auch aufgrund der Vollmacht, aufgrund derer sie gefällt werden, weil es sich um eine Ordnung Gottes handelt, die zu diesem Zweck in seinem Wort eingesetzt wurde.d



dApg 15,15+19+24+27-31: "(15) Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht (19) Deshalb urteile ich, man solle die, welche sich von den Nationen zu Gott bekehren, nicht beunruhigen (24) Da wir gehört haben, daß einige aus unserer Mitte euch mit Worten beunruhigt und eure Seelen verstört haben - denen wir keine Befehle gegeben haben ... (27) Wir haben nun Judas und Silas gesandt, die auch selbst mündlich dasselbe verkünden werden. (28) Denn es hat dem Heiligen Geist und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen als diese notwendigen Stücke: (29) euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, so werdet ihr wohl tun. Lebt wohl! (30) Nachdem sie nun entlassen waren, kamen sie nach Antiochia hinab; und sie versammelten die Menge und übergaben den Brief. (31) Als sie ihn aber gelesen hatten, freuten sie sich über den Trost." (REÜ)

Apg 16,4: "Als sie aber von Stadt zu Stadt zogen, teilten sie ihnen [= den Gemeinden] die Beschlüsse, die von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem festgelegt worden waren, mit, um sie zu befolgen."

Mt 18,17-20: "(17) Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner. (18) Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr etwas auf Erden binden werdet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf Erden lösen werdet, wird es im Himmel gelöst sein. (19) Und außerdem sage ich euch: Wenn zwei von euch auf Erden darin übereinkommen, irgend etwas zu erbitten, so wird es ihnen von meinem Vater im Himmel gegeben werden. (20) Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihren."

 

Artikel 31.4. Alle Synoden können irren

Alle Synoden oder Konzilien seit der Zeit der Apostel, die allgemeinen wie die regionalen, können irren, und viele haben geirrt. Darum dürfen sie nicht zur Regel des Glaubens und Lebens gemacht werden, sondern sollen nur als Hilfe für beides verwendet werden.e



eEph 2,20: "Ihr seid aufgebaut auf dem Grund der Apostel und Propheten, wobei Jesus Christus selbst der Eckstein ist." [Das Wort Gottes und Jesus sind unsere Grundlage, nicht Synodenbeschlüsse.]

Apg 17,21: "Alle Athener aber und alle Fremden, die sich dort aufhielten, verbrachten ihre Zeit mit nichts anderem, als etwas Neues zu sagen und zu hören." [Es ist falsch, alte Wahrheiten einfach abzuschaffen, nur um wieder einmal etwas Neues zu hören oder zu verkündigen.]

1Kor 2,5: "... damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruht."

2Kor 1,24: "Nicht etwa, daß wir über euren Glauben herrschen wollen, sondern wir sind Mitarbeiter an eurer Freude. Denn ihr steht ja bereits durch den Glauben."

 

Artikel 31.5. Synoden beschließen nur über kirchliche Dinge

Synoden und Konzilien haben nichts anderes zu verhandeln oder zu beschließen als das, was kirchliche Dinge betrifft. Sie haben sich nicht in bürgerliche Angelegenheiten einzumischen, die das Gemeinwesen betreffen, es sei denn auf dem Weg einer demütigen Bitte in außergewöhnlichen Fällen oder auf dem Weg des Ratschlags zur Beruhigung des Gewissens, wenn sie dazu von der bürgerlichen Regierung aufgefordert werden.f



fLk 12,13-14: "(13) Einer aus der Volksmenge sagte zu ihm: Lehrer, sage meinem Bruder, daß er das Erbe mit mir teilen soll. (14) Er aber sagte zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder zum Erbverwalter über euch eingesetzt?"

Joh 18,36: "Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht überliefert würde, jetzt aber ist mein Reich nicht von hier." (REÜ)