Artikel 6.1. Der Sündenfall
Unsere ersten Eltern sündigten, durch Satans Arglist und Versuchung verführt, indem sie die verbotene Frucht aßena. Es hat Gott nach seinen weisen und heiligen Ratschlüssen gefallen, ihre Sünde zuzulassen, da er die Absicht hatte, diese zu seiner eigenen Ehre zu ordnenb.
a1Mose 3,13: "Und Gott, der Herr, sagte zur Frau [= Eva]: Was hast du da getan! Und die Frau sagte: Die Schlange hat mich getäuscht. Deswegen habe ich gegessen." 2Kor 11,3: "Ich fürchte aber, daß genauso, wie die Schlange Eva durch ihre List verführt hat, vielleicht euer Denken von der Einfältigkeit gegenüber Christus abgelenkt und zerstört wird." bRöm 11,32: "Denn Gott hat alle zusammen in den Ungehorsam eingeschlossen, damit er alle begnadige." Artikel 6.2. Die Folgen des Sündenfalls
Durch diese Sünde sind sie aus ihrer ursprünglichen Gerechtigkeit und Gemeinschaft mit Gott gefallenc und wurden dadurch tot in Sünded und in allen Teilen und Fähigkeiten des Leibes und der Seele gänzlich verdorben.e
c1Mose 3,6-8: "(6) Und die Frau sah, daß der Baum gut zur Speise und daß er eine Lust für die Augen und daß der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben. Und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß. (7) Da wurden die Augen von ihnen beiden aufgetan, und sie erkannten, daß sie nackt waren. Und sie fügten Feigenblätter zusammen und machten sich daraus Umhänge. (8) Und sie hörten die Stimme Gottes, des Herrn, als dieser im Garten in der Kühle des Tages spazieren ging. Da versteckten sich Adam und seine Frau inmitten zwischen den Bäumen des Gartens vor dem Angesicht Gottes, des Herrn." Pred 7,29: "Schau, allein das hab ich gefunden: Gott hat den Menschen aufrichtig gemacht. Sie aber suchen viele Künste." Röm 3,23: "Denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes." d1Mose 2,17: "... aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, von diesem darfst du nicht essen. Denn an dem Tag, an dem du davon ißt, mußt du sterben!" Eph 2,1: "Auch euch [hat er auferweckt], die ihr in euren Vergehungen und Sünden tot wart." eTit 1, 15: "Den Reinen ist alles rein, den Befleckten und den Ungläubigen aber ist nichts rein, sondern befleckt ist sowohl ihre Gesinnung als auch ihr Gewissen." 1Mose 6,5: "Und der Herr sah, daß die Bosheit des Menschen auf der Erde sehr groß war und alles Denken der Gedanken seines Herzens den ganzen Tag nur böse war." Jer 17,9: "Das Herz ist trügerisch, mehr als alles andere, und es ist unheilbar. Wer kann sich mit ihm auskennen?" Röm 3,10-18: "(10) ... wie geschrieben steht: Denn 'Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; (11) da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. (12) Alle sind abgewichen, allesamt sind sie untauglich geworden; da ist keiner, der Barmherzigkeit tut, da ist auch nicht einer' [Ps 14,1-3]. (13) 'Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen betrügen sie' [Ps 5,10]. 'Schlangengift ist unter ihren Lippen' [Ps 140,4]. (14) 'Ihr Mund ist voll von Fluchen und Bitterkeit' [Ps 10,7]. (15) 'Ihre Füße sind schnell, um Blut zu vergießen; (16) Verwüstung und Elend sind auf ihren Wegen, (17) und den Weg des Friedens kennen sie nicht' [Jes 59,7-8]. (18) 'Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen' [Ps 36,2]." Artikel 6.3. Erbsünde durch AbstammungDa unsere ersten Eltern die Wurzel der ganzen Menschheit sind, wurde ihrer gesamten Nachkommenschaft, die von ihr durch natürliche Zeugung abstammt, die Schuld dieser Sünde zugerechnetf und derselbe Tod in Sünde und dieselbe verdorbene Natur auf sie übertragen.g fVgl. 1Mose 1,27-28 mit 1Mose 2,16-17 und Apg 17,26 und Röm 5,12+15-19 und 1Kor 15,21-22+45+49: 1Mose 1,27-28: "(27) Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn. Er schuf sie als Mann und Frau. (28) Und Gott segnete sie, und Gott sagte zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie euch untertan, und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde bewegen." 1Mose 2,16-17: "(16) Und Gott, der Herr, gebot dem Menschen und sagte: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen, (17) aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, von diesem darfst du nicht essen. Denn an dem Tag, an dem du davon ißt, mußt du sterben!" Apg 17,26: "Und er [= Gott] hat aus einem [Menschen] alle Nationen der Menschen gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und ihnen festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihres Wohnraumes bestimmt." Röm 5,12+15-19: "(12) Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und der Tod so zu allen Menschen gelangt ist, weil alle gesündigt haben ... (15) Es ist aber mit der Übertretung nicht so wie mit der Gnadengabe. Denn wenn durch die Übertretung des einen die vielen gestorben sind, dann ist viel mehr die Gnade Gottes und die Gabe in der Gnade des einen Menschen Jesus Christus gegen die vielen überströmend geworden. (16) Und mit der Gabe ist es nicht so, wie es durch den einen geschah, der sündigte. Denn das Urteil führte von einem zur Verurteilung, die Gnadengabe aber von vielen Übertretungen zur Gerechtsprechung. (17) Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod geherrscht hat durch den einen, dann werden viel mehr die, die die Überfülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus. (18) Wie es nun durch eine Übertretung für alle Menschen zur Verurteilung kam, so auch durch eine gerechte Tat für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. (19) Denn wie durch des einen Menschen Ungehorsam die vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten werden." 1Kor 15,21-22+45+49: "(21) Denn da ja durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. (22) Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. (45) Wie es geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, 'wurde zu einem lebendigen Wesen', und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. (49) Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen." [Vgl. zur Erbsünde und bes. zu Röm 5: R 1,237-247; E 1,610-637] gPs 51,7: "Siehe, ich bin als Sünder geboren worden, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen." 1Mose 5,3: "Und Adam lebte 130 Jahre und zeugte einen Sohn, der ihm ähnlich war, nach seinem Bild, und gab ihm den Namen Set." Hiob 14,4: "Wie kann ein Reiner vom Unreinen [abstammen]? Nicht ein einziger [kann es]!" Hiob 15,14: "Was ist der Mensch, daß er rein dastehen könnte, und der von einer Frau Geborene, daß er gerecht sein könnte?" Artikel 6.4. Die Erbsünde führt zu den einzelnen SündenAus dieser ursprünglichen Verdorbenheit, durch die wir zu allem Guten völlig unfähig, ungeschickt und im Gegensatz zu ihm stehend wurdenh und völlig zu allem Bösen hingeneigt sindi, gehen alle tatsächlichen Übertretungen hervork. hRöm 5,6: "Denn Christus ist, als wir noch kraftlos waren, für zur damaligen Zeit noch Gottlose gestorben." Röm 8,7: "Denn die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, und kann das auch nicht sein." Röm 7,18: "Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht." [Vgl. E 1,661-675; R 1,295-305] Kol 1,21-22: "Und euch, die ihr einst Fremde und Gegner gewesen seid - nach der Gesinnung in den bösen Handlungen - hat er jetzt aber versöhnt." i1Mose 6,5: "Und der Herr sah, daß die Bosheit des Menschen auf der Erde sehr groß war und alles Denken der Gedanken seines Herzens den ganzen Tag nur böse war." 1Mose 8,21: "Ich will den Erdboden nicht noch einmal verfluchen - wegen des Menschen, denn das Sinnen und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend auf." Röm 3,10-12: ""(10) ... wie geschrieben steht: Denn 'Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; (11) da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. (12) Alle sind abgewichen, allesamt sind sie untauglich geworden; da ist keiner, der Barmherzigkeit tut, da ist auch nicht einer' [Ps 14,1-3]." kJak 1,14-15: "(14) Jeder wird dagegen versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgerissen und gelockt wird. (15) Anschließend, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde. Die Sünde gebiert aber, wenn sie vollendet ist, den Tod." Eph 2,2-3: "... Vergehen und Sünden, (2) in denen ihr einst nach dem Zeitlauf dieser Welt gelebt habt, nach dem Fürsten der Gewalt der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt. (3) Unter diesen hatten auch wir früher alle unseren Umgang in den Begierden unseres Fleisches, weil wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur aus Kinder des Zorns waren, wie es auch die anderen sind." Mt 15,19: "Denn aus dem Herzen kommen die bösen Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis und Lästerung." Artikel 6.5. Der Christ wird in diesem Leben nicht sündlos
Diese Verdorbenheit der Natur bleibt während dieses Lebens auch in denen, die wiedergeboren sindl. Und obwohl sie durch Christus vergeben und getötet wird, ist sie doch selbst und alle sich aus ihr ergebenden Regungen wahrhaftig und eigentlich Sündem.
l1Joh 1,8+10: "Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde hätten, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. (10) Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn [= Gott] zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns." Röm 7,14+17+18+23: "(14) Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. (17) Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. (18) Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht. (23) Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meiner Vernunft widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist." [Röm 7,14-25 wird hierbei auf den Christen bezogen; vgl. E 1,661-675; R 1,295-305.] Jak 3,2: "Denn wir alle straucheln oft. Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, ist er ein vollkommener Mann, der auch fähig ist, den ganzen Körper zu kontrollieren." Spr 20,9: "Wer darf [von sich] sagen: Ich habe mein Herz rein gehalten, ich bin rein von eigener Sünde?" Pred 7,20: "Denn kein Mensch auf der Erde ist so gerecht, daß er nur Gutes tun und niemals sündigen würde." mRöm 7,5+7+8+25: "(5) Denn als wir im Fleisch waren, wirkten die durch das Gesetz ausgelösten Leidenschaften der Sünden in unseren Gliedern, damit wir dem Tod Frucht brachten. (7) Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch das Gesetz. Denn auch von der Begierde hätte ich nichts gewußt, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: 'Du sollst nicht begehren!'. (8) Die Sünde nutzte aber die Angriffsgelegenheit durch das Gebot und bewirkte jede Begierde in mir; denn ohne Gesetz ist die Sünde tot. (25) Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also diene ich nun selbst mit der Vernunft Gottes Gesetz, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde." [Röm 7,14-25 wird hierbei auf den Christen bezogen; vgl. E 1,661-675; R 1,295-305.] Gal 5,17: "Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, aber der Geist gegen das Fleisch, denn diese liegen im Streit miteinander, damit ihr nicht das tut [oder: tun könnt], was ihr wollt." Artikel 6.6. Die gerechte Strafe für die Sünde
Jede Sünde, sowohl die Erbsünde, als auch die tatsächlich begangene Sünde, bringt, da sie eine Übertretung des gerechten Gesetzes Gottes ist und diesem entgegenstehtn, von ihrer eigenen Natur aus Schuld über den Sündero, wodurch er dem Zorn Gottesp und dem Fluch des Gesetzes verfallenq und dadurch dem Toder mit allem geistlichens, zeitlichent und ewigenv Elend unterworfen ist
n1Joh 3,4: "Jeder, der Sünde begeht, begeht auch die Gesetzlosigkeit, denn die Sünde ist die Gesetzlosigkeit." oRöm 2,15: "Sie beweisen, daß das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben ist, indem ihr Gewissen mit Zeugnis ablegt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch entschuldigen." [Vgl. aber R 1,125-140; E 1,323-335] Röm 3,9+19: "(9) Was nun? Haben wir einen Vorzug? Durchaus nicht! Denn wir haben zuvor die Anschuldigung erhoben, daß sowohl Juden als auch Griechen alle unter der Sünde sind. (19) Wir wissen aber, daß alles, was das Gesetz sagt, es zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund gestopft wird und die ganze Welt schuldig vor Gott ist." pEph 2,3: "Unter diesen hatten auch wir früher alle unseren Umgang in den Begierden unseres Fleisches, weil wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur aus Kinder des Zorns waren, wie es auch die anderen sind." qGal 3,10: "Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind [oder: die, die vom Gehorchen des Gesetzes abhängen], sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: 'Verflucht ist jeder, der nicht in allem bleibt, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, so daß er es tut'!" rRöm 6,23: "Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn." sEph 4,18: "Sie sind am Verstand verfinstert, sind dem Leben Gottes fremd, aufgrund der Unwissenheit, die in ihnen ist, aufgrund der Verstockung ihres Herzens." tRöm 8,20: "Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin." Klgl 3,39: "Was beklagt sich der Mensch, der noch am Leben ist, der Mann über seine Strafe für die Sünde?" vMt 25,41: "Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir weg, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist!" 2Thess 1,9: "Sie werden Strafe erleiden, das ewige Verderben vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke." |
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